Steffi & Jane – The Beginning

Man sollte mich wirklich von der Außenwelt abschirmen. Keine Bücher und Zeitungen. Kein Internet, kein Fernsehen, kein Kino. Ach, am besten einschließen und Schlüssel wegwerfen! Dann komm ich wenigstens nicht auf komische Ideen.

Vorgestern kam ich in den Genuss eines wunderbaren Filmes, in den ich mich bereits nach fünf Minuten verliebt hatte. “Julie und Julia” mit Meryl Streep und Amy Adams. Jegliches bewegte Bild mit Mrs. Streep ist ohnehin per se grandios, aber in diesem Film beweist sie für mich auf unnachahmliche Art und Weise, wieso sie die wohl momentan größte lebende Schauspielerin ist.

In dem Film geht es um Julie (Adams), eine junge Frau in New York, die beschließt sich durch das Kochbuch von Julia Child (Streep) zu kochen. Julia Child war die Frau eines Diplomaten und lebte deswegen in den 50er Jahren in Paris, wo sie an der berühmten Kochschule “Cordon Bleu” studierte. Child machte schließlich ihre Leidenschaft für Essen und Kochen zum Beruf und wurde Amerikas bekannteste Fernsehköchin. Sie brachte den Amerikanern die französische Küche näher und schrieb das Standardwerk “Mastering the Art of French Cooking”.

Der Film zeigt auf verschiedenen Zeitebenen den Werdegang von Julia und gleichzeitig Julies Erfahrungen in der Küche. 365 Tage und 524 Rezepte und jede Menge Chaos und das ganze schildert sie in einem Blog. Die Geschichte beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit. Die Autorin des Romans hat ihr Blog und ihre eigenen Erlebnisse in der Geschichte verarbeitet. Das Blog existiert immer noch.

Jedenfalls begann es schon während des Films in meinem Hinterkopf zu klingeln… uhuuuu … Idee!!! :-)

Nun habe ich nicht vor mich durch Julias Kochbuch zu kochen. “Mastering the Art of French Cooking” gibt es sträflicher weise leider  immer noch nicht auf Deutsch. Alternativ könnte man sich natürlich durch den ganzen Schuhbeck oder Lafer kochen, aber mal ehrlich, das klingt doch nur halb so gut! :-)

Im Übrigen muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden und wenn ich jetzt auch noch jeden Tag stundenlang in der Küche stehen würde, weil ich unbedingt über einem “Bouef Bourgignon” einen Nervenzusammenbruch kriegen möchte, dann muss ich irgendwas aufgeben. Das wäre ja nun auch irgendwie blöd!

Also wird in unserem Hause weiterhin der Mann den Kochlöffel schwingen. Dennoch hat mir die Idee gefallen, sich eine Aufgabe auszusuchen, diese in einem bestimmten Zeitraum zu schaffen und darüber zu bloggen. Wäre für mich auch praktisch, weil ich momentan zeittechnisch in Sachen Buchprojekt nicht recht weiterkomme und folglich auch nicht wirklich etwas zu bloggen habe. Dennoch möchte ich nicht einfach nur bloggen, um des Bloggens willen. Es gibt schon genug Leute, die darüber erzählen, wann sie aufgestanden sind, was sie gegessen haben und wann sie aufs Klo gegangen sind und ich schlafe schon bei dem Gedanken ein, so etwas zu schreiben.

Aber das Gute liegt bekanntlich immer nahe – Steffi bloggt über das Lesen. Das ist erst mal jetzt nichts ungewöhnliches. Also habe ich mir überlegt, ich denke mir ein kleines Projekt aus und verfolge es über einen bestimmten Zeitraum. Also habe ich mich dazu entschlossen mich durch die Werke von Jane Austen zu lesen. Ich weiß nicht, wie oft ich mir schon vorgenommen habe einmal “Sinn und Sinnlichkeit” oder “Stolz und Vorurteil” zu lesen, aber irgendwie ist es doch nie so weit gekommen. Ich kenne einige Verfilmungen und war immer begeistert von Austens Beobachtungsgabe in Bezug auf Menschen.

Also wird ab heute Jane Austen gelesen. Ich habe mir dazu eine Frist von zwei Jahren gesetzt (der aufmerksame Leser wird bemerken, hier wurde im März 2010 was editiert *flöt*), in der ich ihre Romane, aber auch die ein oder andere Sekundärliteratur lesen möchte (Leseliste folgt).  So oft es geht, werde ich über Lust und Frust dieser Aktion berichten. Täglich wird das womöglich nicht klappen, aber doch so oft es geht.

Und wer weiß, was Miss Austen so an Lebensweisheiten einbringt, die man auch heute noch gebrauchen kann. Immerhin hat sie mal folgendes gesagt:

„Wenn irgend etwas Unerfreuliches passiert, kommen die Männer mit Sicherheit drum herum.“

Das ist in Zeiten von Bügeleisen und Waschmaschine immer noch so, obwohl sie das damit sicherlich nicht gemeint hat! ;-)

Liebe Grüße,
Steffi

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